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Atlantic Hotel Sail City Bremerhaven

Kurzvorstellung

Wir sind Jamie-Lee Urban (rechts im Bild) und Tim Oberdieck (links im Bild). Wir arbeiten beide im ATLANTIC Hotel Sail City Bremerhaven.

Jamie-Lee Urban: Ich mache im dritten Lehrjahr meine Ausbildung zur Hotelfachfrau.

Tim Oberdieck: Ich bin Tim Oberdieck und seit 2010 Hoteldirektor. 

Interview

Zwei Stimmen die Perspektiven mitbringen, welche Bedeutung BBNE in ihrem beruflichen Alltag hat. Dabei zeigen sie einen persönlichen Zugang mit, welche Rolle Nachhaltigkeit in der Ausbildung, auf Direktionsebene und im Arbeitsalltag spielt.

Was macht ihr? 

Jamie-Lee Urban: Ich habe mich für die Ausbildung im ATLANTIC Hotel Sail City entschieden, weil ich gerne mit Menschen arbeite und Reisen liebe. Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich, weil es immer neue Gäste und Herausforderungen gibt. Besonders schätze ich die Verbundausbildung, während der wir in zwei weiteren Hotels Erfahrungen sammeln können und dadurch viel Praxis mitnehmen. Außerdem partizipieren wir von Schulungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Stressbewältigung. Da das Hotel groß ist, bietet es die Möglichkeit, in unterschiedlichen Abteilungen wie Marketing oder Vertrieb Erfahrungen zu sammeln. Dadurch stehen uns nach der Ausbildung vielfältige berufliche Möglichkeiten offen.

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Tim Oberdiek: Ich leite das Hotel ATLANTIC Hotel Sail City und bin seit über 30 Jahren in der Branche. Obwohl sich vieles durch rasante Veränderungen, wie beispielsweise den Fachkräftemangel, und damit verbundenem, steigenden Druck stark verändert hat, macht mir die Arbeit als Gastgeber bis heute großen Spaß. Entscheidend ist, sich nicht entmutigen zu lassen und immer wieder neu zu motivieren. Ich halte es für wichtig, regelmäßig zu reflektieren: Was kann ich heute schaffen? Was kann ich verbessern?

Besonders motivierend ist für mich der Themenkomplex rund um ganzheitliches, nachhaltiges Handeln und Wirtschaften. Wir haben im Hotel große Freiräume, um uns weiterzuentwickeln – auch und gerade im Bereich Nachhaltigkeit. Die Möglichkeit, sich täglich neu zu erfinden, treibt mich an. Dabei ist es auch sehr motivierend mitzuerleben, wie unsere Auszubildenden an und mit der Arbeit wachsen, ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und sich zu wunderbaren Persönlichkeiten entwickeln. Viele übernehmen wir danach direkt. 

Was hat eure Arbeit mit betrieblicher Bildung für nachhaltige Entwicklung zu tun?

Tim Oberdieck: Für uns ist Nachhaltigkeit fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Früher hatten wir ein Green Team ohne Hierarchien, das Ideen gesammelt hat. Heute brauchen wir das nicht mehr. Unsere Unternehmenskultur ist so weit, dass sich alle am Thema beteiligen können. Wir haben eine Ideenwand, an der unsere Mitarbeitenden Hinweise oder Aufgaben anbringen und auch erledigen können. Für uns ist das relativ einfach und normal, dass alle etwas dazu beitragen können. Wichtig ist uns, dass nachhaltiges Handeln ein laufender Prozess bleibt: Hinterfragen, Feedback erhalten und verbessern. Besonders die soziale Nachhaltigkeit wird in vielen Unternehmen vernachlässigt, weil sie vermeintlich zu viel kostet. Für uns ist sie selbstverständlich und die Basis für unser Unternehmen: Gesundheit der Mitarbeitenden, gute Dienstplangestaltung, Familienfreundlichkeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gleitzeit – all das gehört für uns zur sozialen Nachhaltigkeit.

Seit über zehn Jahren handeln wir nach dem Motto #grünunterwegs, bereits 2013 haben wir die Green Transformation durchlaufen, begleitet durch energiekonsens, der Klimaschutzagentur des Landes Bremen. Dabei haben wir gelernt, dass Nachhaltigkeit viel mehr als reine Energieeffizienz – bezogen auf Gebäude- und Haustechnik – bedeutet. Deshalb setzen wir nicht nur auf Verhaltensveränderungen im Team, sondern sensibilisieren auch unsere Gäste – und das funktioniert sehr gut. Nicht alle ziehen mit, aber die allermeisten. 

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Jamie-Lee Urban: Für uns Auszubildende gehört Nachhaltigkeit inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Früher haben wir uns bewusster mit dem Thema beschäftigt und gelernt, was man alles Nachhaltiges in der Hotellerie machen kann. Inzwischen denken wir automatisch mit: Wo können wir nachhaltiger handeln? Wir sind auch aktiv eingebunden, zum Beispiel im Regio-Shop des Hotels, in dem regionale Produkte angeboten werden. Wir durften recherchieren, was dort sinnvoll ist – das war super spannend. Alle im Hotel sind offen für Ideen und Feedback. Ich kann jederzeit Vorschläge einbringen und werde ernst genommen. 

Was lernt ihr voneinander?

Jamie-Lee Urban: Auf Herrn Oberdieck bezogen heißt es, dass ich gelernt habe, das Chef sein auch anders sein kann. Ich war am Anfang der Ausbildung überrascht, wenn ich den Hoteldirektor in der Spülküche oder beim Koffertragen gesehen habe. Man muss heutzutage nicht mehr dieses Denken haben, kleinere Tätigkeiten seien nur für die Mitarbeitenden gedacht, sondern der Chef selbst kann auch mal mit anpacken. Das zeigt, dass Hierarchie nicht bedeutet, nur ‚oben‘ zu stehen.

Tim Oberdieck: Es wäre falsch zu glauben, dass man als Chef immer alles weiß und kann. Am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen. Nur viele glauben leider immer noch, dass wir uns in starre Hierarchien begeben müssen. Aber das ist es gar nicht. Ich kann jeden Tag etwas von meinen Mitarbeitenden und auch von unseren Auszubildenden lernen – durch ihre Fragen, Themen und Herausforderungen, die sie mitbringen. Dafür muss man offen sein, zuhören können und bereit sein, zu reflektieren. Dann klappt’s auch mit einem guten Miteinander, das von Wertschätzung geprägt ist! 

Weitere Botschafter:innen

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Bergisches Städtedreieck
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