Lobbyraum Podcast


Nachhaltigkeit ist längst kein freiwilliges Extra mehr, sondern Teil jeder modernen Ausbildung. Seit 2021 ist die Standardberufsbildposition (SBBP) „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ verbindlich in allen neuen Ausbildungsordnungen verankert. Sie soll Auszubildende befähigen, ihr Handeln im Beruf unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten zu reflektieren (BIBB 2021).
Die SBBP versteht Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Aufgabe. Vielmehr geht es darum, Entscheidungen im Alltag zu hinterfragen: Muss wirklich alles gedruckt werden? Wie lassen sich Materialreste vermeiden? Fördern unsere Abläufe langfristige Zufriedenheit im Team? So lernen Auszubildende Verantwortung zu übernehmen und Zusammenhänge zu erkennen, die über ihre eigentliche Facharbeit hinausgehen.
Wichtig ist: Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten. Viele starten bei Umweltthemen wie Energie sparen oder Recycling. Das ist gut, aber oft zu kurz gedacht. Wer nur Papier spart, aber Lieferanten nach reinen Kostengesichtspunkten wählt, übersieht die sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen. Besser ist es, auch auf faire Lieferketten und lokale Beschaffung zu achten – ein Ansatz, der Ökologie, Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung verbindet.
Ebenso sollte Nachhaltigkeit nicht als Zusatzprojekt aufgesetzt, sondern im Arbeitsalltag gelebt werden. Ein einmal im Jahr organisiertes Umweltprojekt mag symbolisch wirken, doch echtes Lernen passiert, wenn Auszubildende im Büro prüfen, ob Drucke nötig sind, oder in der Werkstatt überlegen, wie Materialien effizienter eingesetzt werden können. So wird Nachhaltigkeit mitten im Job erfahrbar.
Die SBBP ist eng mit der Idee der Beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) verbunden: Lernen soll zu Handeln führen. Betriebe, die Nachhaltigkeit konsequent einbinden, fördern nicht nur Umweltbewusstsein, sondern auch Innovationskraft und Zukunftskompetenzen. Die Umsetzung ist zwar noch nicht überall einfach – fehlende Beispiele und Strukturen bremsen an manchen Stellen aus –, doch die SBBP eröffnet die Chance, Auszubildende zu echten Gestalter:innen einer nachhaltigen Wirtschaft zu machen (Hufnagl & Annen 2023).
Sie haben gerade das erste Mal von der Standardberufsbildposition gehört und möchten nun mehr erfahren? Mit dem Projekt BBNE Lobby haben Sie die Möglichkeit zwischen zwei kostenfreien Fortbildungsangeboten zu wählen, um sich mit den Inhalten vertraut zu machen und zu erfahren, wie die Umsetzung in die eigene Ausbildungspraxis gelingen kann: Uni Paderborn mit dem Lernbaustein „Umsetzung der Standardberufsbildposition“ und der Deutschen KlimaStiftung mit der Fortbildung „Umweltschutz und Nachhaltigkeit – von der Theorie zur Praxis“.
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Quellen
BIBB – Bundesinstitut für Berufsbildung (2021): Moderne Berufsbildungsstandards für alle Ausbildungsberufe. Abrufbar unter: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/pmstandardberufsbildpositionen.pdf
Hufnagl, Julia; Annen, Silvia (2023): Nachhaltigkeit in der betrieblichen Ausbildung – Kompetenzanforderungen aus unternehmerischer Sichtweise. Erschienen in bwp@ 45: Veränderungen der Arbeitswelt: Anforderungen, Gestaltungsfelder und Zukunftsfragen für die berufliche Bildung. Hrsg.: Naeve-Stoss, Nicole; Windelband, Lars; Kohl, Matthias; Walter, Anja. Abrufbar unter: https://www.bwpat.de/ausgabe/45/hufnagl-annen
18.09.2025 Kooperationen für Zukunftskompetenzen
Nachhaltige Entwicklung funktioniert am besten, wenn wir sie gemeinsam angehen.
Wie können wir Synergien aufbauen und die Chancen unserer Kooperationen nutzen? Welche Erfahrungen und Erfolge haben wir beim Erwerb von Zukunftskompetenzen gemacht? Und wie können wir diese Erkenntnisse nutzen, um Herausforderungen zu überwinden?
Unser Kamingespräch: „Kooperationen für Zukunftskompetenzen“ am 18.09.2025 zu diesen Fragen wurde durch einen sehr interessanten Impulsvortrag von Dr. Phillip Nguyen eingeleitet. Er machte deutlich, dass Kommunikation der Grundstein für Kooperationen ist und essenziell, um in einen produktiven Austausch zu kommen.
Anschließend setzten wir uns gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der beruflichen Bildung und mit Vertreter:innen von Unternehmen mit drei Themen auseinander. Welche Rolle spielt die berufliche Bildung? Wo können wir noch verstärkt unterstützen und welche Kommunikationskultur ist in Unternehmen notwendig?
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit im Projekt ist der Ausbau und die Stärkung von Netzwerken.
Das Thema nachhaltige Entwicklung stößt zwar bereits auf viel Zustimmung, benötigt jedoch einen kontinuierlichen Austausch, um Rahmenbedingungen und Richtlinien richtig einzuordnen und ein gutes Verständnis für nachhaltige Entwicklung in der beruflichen Bildung zu etablieren.
Die Anregungen, die häufig auch aus ähnlichen Kontexten kommen, empfinden wir als besonders wertvoll. Beim Deutschen Weiterbildungstag 2025 haben wir uns viel über gesetzliche Richtlinien und Chancen von Zukunftskompetenzen ausgetauscht. Beim BNE-Festival 2025 stand insbesondere die Etablierung unserer Train-the-Trainer-Maßnahmen im Fokus. Beim Aktionstag „Nachhaltigkeit“ der Handwerkskammer Düsseldorf haben wir über die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung im Handwerk gesprochen.
Diese Erfahrungen helfen uns dabei, unsere Veranstaltungen für die Zielgruppe kontinuierlich anzupassen und zu optimieren.
Nachhaltigkeit ohne Lernen? Unmöglich!
Doch was brauchen Unternehmen wirklich, um Veränderung in der beruflichen Bildung zu verankern?
Über diese These sind wir mit den Teilnehmenden des Pre-Events zum SHIFT NOW Zukunftsfestival letzte Woche ins Gespräch gekommen. Dabei haben wir Fragen aufgeworfen, wie die Beteiligung von Mitarbeitenden gefördert werden kann, welche persönlichen Hürden vorhanden sind und welche Formen der Unterstützung wegbereitend sein können. Es ist immer wieder überraschend, wie vielfältig die Antworten auf diese Fragen sind und wie sehr sie davon abhängen, aus welchem Kontext und aus welcher Perspektive sie gegeben werden.
Vielen Dank an die Region Hannover, Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, das Netzwerk Grüne Arbeitswelt und vor allem das kreHtiv Netzwerk Hannover e. V., dass wir bei diesem tollen Event dabei sein durften.
Jedes Jahr versuchen zahlreiche Unternehmen, sich zukunftsfähig aufzustellen. Doch wie genau funktioniert das?
Dieser und vielen anderen Fragen sind wir bei unserer Veranstaltung „Führung trifft Zukunft“ am 30. Juni nachgegangen. Vertreter:innen aus Unternehmen, Kammern und Weiterbildungsinstitutionen haben spannende Einblicke gegeben und ihre Erfahrungen mit uns geteilt. Dabei wurden immer wieder bestimmte Gründe deutlich, warum es sich lohnt: Kostensenkung durch Effizienzsteigerung, Attraktivität als Arbeitgeber, Sicherung von Wettbewerbsvorteilen und Minimierung von Klimarisiken.
Für eine erfolgreiche Transformation sind zwei Dinge entscheidend: Führung muss Verantwortung übernehmen und Bildung als Schlüssel verankern!
Unser Fazit: Der Weg zur nachhaltigen Transformation ist zwar mit Herausforderungen verbunden, aber jeder Schritt zahlt sich aus!
Verortet in Wuppertal, vernetzt in ganz Deutschland
Zu unserem jüngstes BBNE-Lobby Verbundtreffen kamen wir zusammen, um die verbleibende Projektlaufzeit strategisch vorzubereiten und gemeinsame Synergien weiter zu stärken.
Gemeinsam wollen wir die Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) strukturell verankern – mit innovativen Ansätzen, bundesweitem Austausch und einem starken Netzwerk.
Das Treffen zeigte erneut: Die Stärke des Projekts liegt im Verbund. In der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure, Perspektiven und Kompetenzen entsteht nachhaltiger Wandel.
Wir freuen uns auf die nächste Etappe!
Wie können Unternehmen nachhaltige Transformation konkret gestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Wundertüte Nachhaltigkeit“, die am 13. Mai 2025 im Paderborn Research Center for Sustainable Economy (PARSEC) der Universität Paderborn stattfand. Ca. 50 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nutzten die Gelegenheit, um neue Ansätze kennenzulernen, sich zu vernetzen und Impulse für eine nachhaltige Zukunft ihrer Unternehmen mitzunehmen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom OWL Maschinenbau e. V. und BBNE Lobby.
Inspirierende Impulse – vom Zukunftsszenario bis zum Profi-Sport
Neben spannenden Strategieworkshops, innovativen Ausbildungskonzepten und Kooperationsideen gab es inspirierende Impulse von verschiedenen Expert*innen im Bereich Nachhaltigkeit.
Ein besonderer Programmpunkt war der Vortrag von Maël Corboz, Kapitän von Arminia Bielefeld und Mitgründer von elevengreen.
Er sprach über die Rolle von Nachhaltigkeit im Profisport und erläuterte, wie Verantwortung, Vorbildfunktion und konkrete Handlungsoptionen im Sportbereich umgesetzt werden können.
Nachhaltige Impulse für die Region
In mehreren parallelen Workshoprunden konnten die Teilnehmenden praxisnahe Methoden und Formate ausprobieren – von nachhaltiger Strategieentwicklung über zukunftsorientierte Ausbildungsmodelle bis hin zur Gestaltung neuer Kooperationsformen.
Prof.in Dr.in. Karina Kiepe betont die Wichtigkeit des Austausches und freut sich über eine gelungene Veranstaltung: „Eine nachhaltige Transformation ist kein starres Konzept, sondern eine regulative Idee. Die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung kann daher nicht allein durch die Wissenschaft erfolgen, sondern erfordert die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Nur so können Lösungsansätze gefunden werden, die an den konkreten Bedarfen der Praxis ansetzen.“
Gleiche Idee – neue Gesichter
Unter dem Motto haben wir uns im zweiten Verbundtreffen ausgetauscht, wie wir noch vielfältiger die Stärken unseres Verbundes nutzen können. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, die Rehmenbedingungen für eine Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) in Unternehmen und gesellschaftlichen Instiutionen zu verbessern.
Warum ist BBNE so wichtig?
Berufsbildung ist ein zentraler Hebel für die nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Fachkräfte von heute und morgen werden mithilfe von BBNE befähigt, ihren Betrieb zukunftsorientiert und entsprechend dem Leitgedanken des nachhaltigen Wirtschaftens zu gestalten. Gleichzeitig wird nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen unterschiedlichen interpretiert. Daher ist es entscheidend, Betriebe für die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung zu sensibilisieren und ihre Fachkräfte entsprechend zu qualifizieren. Gleichzeitig stellt die Umsetzung von BBNE hohe Anforderungen an das betriebliche Ausbildungspersonal, sodass neue didaktische Ansätze und Qualifizierungsangebote notwendig werden.
07.08.2024: Verbund-Projekt BBNE Lobby startet!
BBNE-Lobby – Zukunft gestalten durch nachhaltige Bildung!
Unser neues Verbund-Projekt „BBNE-Lobby“ startete am 7. August 2024 offiziell mit dem Kick-off in Bremen!
Wir bringen Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung und stärken ihre Rolle in Unternehmen. In verschiedenen Regionen schaffen wir gemeinsam reale Lobby-Orte, an denen sich Führungskräfte, ausbildendes Personal und Bildungsexpert*innen über nachhaltige Entwicklungen austauschen und vernetzen können.
Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in der betrieblichen Ausbildung zu verankern und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Die Orte sind untereinander vernetzt, sodass wir gemeinsam die berufliche Bildung in Richtung Nachhaltigkeit vorantreiben.